Unterwegs in Europa: Der Roadtrip-Guide
Der Tourismus und die Vorlieben der Deutschen verändern sich. Mit steigender Bewusstheit für den Klimawandel gehen auch neue Gewohnheiten einher, die sich vor allem in einer generellen Abneigung gegenüber dem Flugtourismus widerspiegeln. Immer mehr Menschen bevorzugen heute die Reise mit dem Auto, die gleichzeitig nachhaltiger und flexibler geplant werden kann. Auf eigenen vier Rädern entdeckt man auch versteckte Orte abseits des Massentourismus und die moderne Technik erleichtert das Navigieren unterwegs enorm. Wo die Beifahrer früher mit großen Karten navigiert haben, läuft heute alles über Google Maps. Und wo noch vor wenigen Jahren an Raststätten gehalten werden musste, um Vignetten für die Schnellstraßen anderer Länder zu kaufen, bucht man heute im Handumdrehen digitale Vignetten für Europa, die ganz ohne Aufkleber gültig sind. Selbst Sprachbarrieren lassen sich mit moderner Technologie problemlos beseitigen, sodass der Roadtrip innerhalb Europas heute kinderleicht und auch ohne viel Planung möglich ist.
Klassiker und Geheimtipps bei der Routenplanung
Besonders beliebt sind bei deutschen Reisenden die Küstenstraßen Portugals und die Alpenpässe zwischen Deutschland und Italien. Doch inzwischen reist Deutschland auch gern gen Osten, denn Albanien sind mittlerweile als die Malediven Europas bekannt und auch die wilden Karpaten in Rumänien begeistern vor allem Autoreisende. Mit KI-gestützten Routenplanern findet man heute die schnellsten und schönsten Routen, je nach Vorliebe und mit Rücksicht auf Bedarf nach E-Ladestationen und Stellplätzen.
Nachhaltigkeit beim Slow Travel
Dabei darf es auch gerne langsam zugehen. Wer die Autobahnen Europas verlässt und sich bewusst auf Landstraßen Zeit nimmt, entdeckt oft die schönsten Fleckchen der Natur und vielleicht sogar die Gastfreundschaft der Menschen vor Ort. Hier verlangsamt sich das Thema ähnlich wie beim Besuch im Spa. Abseits touristischer Hochburgen lohnt es sich, kleine Pensionen und regionale Märkte zu unterstützen, während man die Kultur des Ortes hautnah erlebt. So lässt man die Hektik des Alltags hinter sich und erlebt eine ganz neue Freiheit und einen einzigartigen Charme. Der Weg wird zum Ziel.
Digital und spontan unterwegs
Das EU-Roaming macht es heute möglich, auch auf abgelegenen Landstraßen und Stellplätzen mit der restlichen Welt verbunden zu bleiben. Und auch Übersetzungs-Apps, die in Echtzeit die Sprache des Gegenübers und die eigene übersetzen, helfen dabei, auch auf dem regionalen Marktplatz mit den Menschen zu sprechen. Das Auto ist dabei das mobile Zuhause, das einen angenehm unabhängig macht und mit dem man zwischen Campingplätzen und Hotels oder Gaststätten hin- und herfahren kann.
Kulinarik und Kultur unterwegs
Was beim Slow Travel und auf Roadtrips durch Europa besonders überzeugt, ist die Nähe zur Kulinarik der Orte. Mit einem Auto kann man den entlegenen Hof in den Alpen besuchen, bei dem traditionsreicher Käse hergestellt wird oder in der Toskana die besonders schönen Weingüter besuchen. In Albanien wiederum lohnt sich der Besuch bei Gütern, auf denen sich ein Obstbaum neben den anderen reiht und wo frische Lebensmittel das Fast Food an den Autobahnraststätten grotesk aussehen lassen. Außerdem stärkt jeder Euro, der in einem kleinen Café oder bei einem örtlichen Kunsthandwerker ausgegeben wird, die ländliche Infrastruktur in den Regionen Europas.
Geht man dann noch mit offenen Augen durch den Tag, erlebt man auch die Rituale der Landsleute. So ist zum Beispiel in vielen südlichen Ländern die Mittagspause im Schatten des Dorfplatzes ein fester Bestandteil des Tagesrhythmus. Oder die Menschen sitzen, auch gern unter der Woche, spät abends lange zusammen. Wer sich die Zeit nimmt, Orte tatsächlich zu entdecken, lernt sie also auf eine andere Art und Weise kennen als der Pauschalurlauber. Und bevor man sich versieht, hat man eine neue Art des Reisens entdeckt, die echte Erinnerungen schafft.